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Workshop „Live-Tontechnik“ in München


Ich hab hier ja schon einige Artikel über Jobs geschrieben in denen ich als Live-Mischer für verschiedene Bands tätig war. Das hat sich dann mittlerweile auch schon ein paarmal wiederholt und ich muß sagen, der Job gefällt mir gar nicht mal schlecht. Tja, da ich aber nunmal jemand bin, der nicht gerne halbe Sachen macht und der vor allem immer gerne weiß was er eigentlich tut, war es naheliegend mich auf diesem Gebiet mal etwas schlauer zu machen. Ein paar Recherchen im Internet haben mich dann auf das Angebot von Johannes Komarek gebracht, der auf seiner Webseite einen dreitägigen Intensiv-Workshop für Live-Tontechnik anbietet, für den ich mich dann auch gleich angemeldet habe. Am letzten Wochenende, erster bis dritter November, war es dann endlich soweit. Insgesamt acht Teilnehmer fanden sich in einem kleinen Tonstudio ein und wurden herzlich von Johannes in Empfang genommen. Wir bekamen eine kleine Einweisung über den Ablauf der kommenden drei Tage vermittelt und auch für Snacks und Getränke in rauhen Mengen war bestens gesorgt:-)

Hier mal eine grobe Aufstellung der Themen, die uns in den kommenden drei Tagen vermittelt wurden. Eine ausführliche Liste findet Ihr direkt auf der Homepage von Johannes unter http://mix4munich.de/ws_tontechnik.htm

  • Grundlagen

  • Die Wandler und ihre optimale Benutzung

  • Elektrisches

  • Effekteinsatz und Technik für Fortgeschrittene

  • Monitoring und Feedback

  • Business

  • Soundcheck, Basics und Taktiken

  • jede Menge Praxis

Wie man sieht ein ziemlich straffes Angebot an Themen, die es zu besprechen galt. Ich verzichte an dieser Stelle in jedes Detail des Workshops einzugehen, denn dann könnte ich mindestens ein halbes Buch darüber schreiben;-) Johannes verstand es jedenfalls mit seiner freundlichen und mitreißenden Art außerordentlich gut uns dieses Wissen kompakt, spannend und mit Begeisterung zu vermitteln. Es wurde zu keiner Sekunde langweilig und die 6-8 Stunden pro Tag gingen vorbei wie im Flug. Selbst die kleinen Pausen, waren eigentlich nicht wirklich Pausen und wurden vielmehr für Fragen genutzt. Zur Mittagszeit haben wir uns, anfangs mangels geeigneter Location, einfach nur Pizza bestellt. Niemand wollte wirklich Pause haben und stattdessen einfach nur soviel Tontechnikwissen wie möglich quasi in sich einverleiben;-)

Am zweiten Tag hatten wir am Abend zusätzlich die super Gelegenheit Johannes bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Johannes hatte eine Show der Band „Soul & The Gang“ zu betreuen und wir konnten von Anfang an mitverfolgen wie alles aufgebaut, eingerichtet und mikrofoniert wurde. Die Band „Soul & The Gang“ hatte insgesamt 12 Musiker am Start, eine der drei ausdrucksstarken Sängerinnen war leider krank. Soviele Musiker bedeuten natürlich eine gewisse Herausforderung für den Tontechniker. Die Band war klasse, der Sound genial, die Bude voll und die Leute begeistert. Herz was willst Du mehr:-)

Hier ein kleines Fotoalbum vom Auftritt der Band. An dieser Stelle nochmals ganz lieben Dank an die Fotografin Denise Höfle, die mir die Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Als Gegenleistung hier die komplette Anschrift:

Fotografie Denise Höfle
Untere Seefeldstrasse 7
82234 Weßling

Mobil: 0179 - 911 50 28
Tel: 08153 - 90 83 65

denisehoefle (at) gmx.net

 


Am Sonntag haben wir uns ausführlich dem praktischen Teil gewidmet. Johannes hat uns nackte Aufnahmen auf sein Pult gelegt und wir konnten uns nach Lust und Laune daran versuchen. Jeder durfte mal ran und wir konnten auch gleich über den Sinn und Zweck der jeweiligen Maßnahmen diskutieren und bekamen dadurch so einige Kniffe mit auf den Weg. So haben wir gelernt wie man z.B. den Gesang besser nach vorne bringt, wie man den Bass anständig zum grooven bringt oder wie man eine richtige „Mörder-Snare“ baut. Auch den Einsatz und die Wirkung von Dynamics und Effekten konnten wir so sehr schön erfahren. Vieles war mir zwar schon bekannt, aber trotzdem konnte ich noch einiges an Praxiswissen mitnehmen, welches mir bei den nächsten Jobs sicherlich nützlich sein wird. Ich brenne schon förmlich darauf das nächste mal hinter dem Pult zu stehen um meine neues Wissen in die Praxis umzusetzen:-)

Die wichtigste Regel möchte ich allerdings nicht vorenthalten, die wie ich finde auch sehr gut in ein Leben außerhalb der Tontechnik integriert werden kann:

Wenn es wieder mal eilig ist, dann mach langsam!

Die Philosophie hinter dieser Weisheit kann sich jeder selber ausdenken, ich finde jedenfalls dass viel Wahrheit hinter diesem Spruch steckt;-)

Zum Schluß möchte ich unbedingt noch meine Unterkunft der letzten drei Tage erwähnen. Das Gasthaus und Hotel Göttler in Schwabhausen. Eine sehr schönes, geräumiges und vor allem preiswertes Hotel mit gemütlichem Gasthaus. Alles ist sehr sauber und mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet und man sieht dass hier wirklich gute Seelen nach dem Rechten sehen. Die Wirtsleute sind sehr freundlich und zuvorkommend und man wird auch noch als Spätheimkehrer bedient. Wer also mal in die Richtung kommt, sollte hier einfach mal halt machen.

Alles in allem ein gelungenes Wochenende. Viel gelernt, coole Mucke genossen, viele neue Leute getroffen und zum Schluß bekamen wir auch noch einen USB-Stick mit dem ganzen Material, sowie das Angebot für eine „Fernbetreuung“ vom Meister persönlich mit auf den Weg. Der Live-Tontechnik Workshop von Johannes Komarek ist auf jeden Fall für alle die sich mit dem Thema näher befassen wollen uneingeschränkt zu empfehlen!!

 

 

Published inAllgemeinFOH-TechnikMixing