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Recording Session mit Uwe Didge


…am 18.01.2014 hatte ich mal wieder eine Recording Session am Start. Diesmal war Uwe Walter alias „Uwe Didge“ aus Immenstadt zu Besuch bei mir im Studio. Der Namenszusatz „Digde“ (gesprochen Ditsch) entstammt dem Wort „Didgeridoo“ dem Hauptinstrument von Uwe. Da ich unheimlich auf alles stehe was nicht der Norm entspricht war ich natürlich sehr erfreut Uwe bei mir im Studio begrüßen zu dürfen. Allerdings spielt Uwe nicht nur Didgeridoo sondern auch noch weitere interessante Instrumente wie die „Shrutibox“ und das „Xaphoon“. Außerdem beherrscht Uwe auch den Unter- und Obertongesang der mich auch sehr begeistert. Eine bunte Mischung also, auf die ich mich unheimlich gefreut habe.

uwe-walter

Begonnen haben wir den Recording-Tag wie meistens mit einer Tasse Kaffee und einer ungezwungenen Unterhaltung um sich einfach mal kennenzulernen. Mir ist es immer sehr viel daran gelegen die Person kennenzulernen mit der ich die nächsten Stunden arbeiten werde, damit ich schon mal ein Gefühl dafür bekommen mit wem ich es zu tun habe. Ich finde diesen Prozess sehr wichtig, da ich eine gewisse Bindung auf emotionaler Ebene mit die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Aufnahme ansehe. Erst wenn ich weiß was ein Künstler in etwa denkt und fühlt, bzw. was er für Ziele verfolgt, kann ich mich auch auf einen kreativen Prozess einlassen, der für mich die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Aufnahme darstellt.

Uwe hat mir dann erstmal die einzelnen Instrumente erklärt und ich hab versucht erstmal zu erkennen wie das jeweilige Instrument seinen Klang entfaltet. Das Didgeridoo ist auf jeden Fall ein Instrument, das den Raum ziemlich stark anzuregen vermag. Das Basspotenzial des Didgeridoos ist enorm und die Vibrationen haben förmlich den ganzen Raum in Vibrationen versetzt. Fühlt sich geil an, könnte aber auch zur Herausforderung werden. Uwe nimmt das Digderidoo in einer Livesituation immer mit einem Shure SM57 ab, das er ein gutes Stück in das Instrument einführt. Diese Methode hab ich dann auch gleich übernommen, aber ganz zufrieden war ich damit noch nicht. Ich bekam auf diese Art zwar alle Nuancen der Spielart zu greifen, allerdings fehlte mir bei dieser Methode das definitiv eindrucksvolle Gefühl der Vibrationen, die sich im Raum ausgebreitet haben. Dazu wollte ich erst mein tbone SC 140 Stereoset aufbauen, aber leider mußte ich bei einem der Mikros einen Defekt verzeichnen. Schöner Mist, aber das alternativ eingesetzte AKG Perception 220 hat den Job fast noch etwas besser erledigt, wenn auch nicht ganz so schön in Stereo. Durch die beiden Mikrofonpositionen bekam ich dann einen schönen Mix zwischen Fundament und Detail, was mir sehr gut gefallen hat.

Als nächstes war die Shrutibox an der Reihe, die eigentlich recht unkompliziert daherkommt. Trotz der Tatsache, dass die Shrutibox eigentlich nur einen einzigen einstellbaren Accord produziert, darf man die Nuancen bei der Bedienung nicht unterschätzen, weshalb es mir auch wichtig war das Instrument durchgängig einzuspielen und nicht nur eine beliebige Etappe mit einem Loop zu versehen. Zum Einsatz kam auch hier das AKG Perception 220.

Als letztes haben wir dann noch den Unter- und Obertongesang mit den verschiedensten kreativen Abstimmungen aufgenommen. Besonders hat mich der Untertongesang beeindruckt. Ich glaube ich bin als ausgebildeter klassischer Sänger mittlerweile ganz gut in der Lage einen Stimmumfang allein durch die Sprechstimme einzuschätzen, aber bei Uwe war ich dann doch ziemlich erstaunt was die Stimme im unteren Bereich zu leisten vermag. Diese „Range“ hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet;-)

Der Mix des Stückes war dann ein wirklich kreativer Prozess. Bei so einer Instrumentenkonstellation kann man schon mal mit allen möglichen nicht alltäglichen Effekten arbeiten und so kamen hier verschiedene Modulationseffekte wie  Phaser und Flanger zum Einsatz. Das bändigen der Dynamik war ebenfalls eine Herausforderung, die ich mit meinen zur Verfügung stehenden Kompressoren ganz gut meistern konnte.

 

Hier jetzt aber das Ergebnis der Aufnahme-Session. Ich wünsche allen viel Spaß damit. Laßt Euch einfach mal in die Musik fallen. Augen schließen und einfach geniessen…

 

 

 

Published inAllgemeinMixingRecording