Zum Inhalt

Neue Regie für goldene Ohren…

Mein letzter Artikel ist nun schon wieder eine Weile her und in der Zwischenzeit ist so einiges passiert. Da war zuerst das Theaterprojekt „La Mandragola“ auf dem Mindelheimer Frundsbergfest, das sehr intensiv, aber auch sehr lehrreich war. Auch in punkto Gehörbildung konnte ich neue Erfahrungen sammeln und die Schauspielerei an sich macht eh schon einen Menge Spaß:-)

Gleich anschließend war dann die Memminger Wallenstein Woche und danach durfte ich mich auf einen Aushilfsjob bei meiner ehemaligen Band „Sound Celebration“ vorbereiten. Nach einer kurzen Auszeit, die ich auch bitter nötig hatte, ging es dann direkt an die Umsetzung meiner neuen Regie. Eigentlich wollte ich diese ja in meinem Proberaum einrichten, wie ich in einem früheren Beitrag schon einmal berichtet hatte. Leider hat sich der aber in den Sommermonaten als ganz und gar nicht geeignet herausgestellt, da in dem Raum im Sommer eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Das macht den Raum so richtig ungemütlich und deshalb mußte ich mir eine Alternative suchen, die ich dann auch in einem ehemaligen Kinderzimmer gefunden habe;-)

Der Raum hat grad mal 12qm und von daher waren auch die aktustischen Maßnahmen nicht so schwierig umzusetzen. Ich habe, auch mit Blick auf die Kosten, gar nicht so viel Aufwand reingesteckt, bin aber mit meiner Lösung sehr zufrieden. Ich werde in einem weiteren Artikel noch genauer darüber berichten. Ich habe während der Umsetzung auch  ein paar einfache Sprachaufnahmen gemacht, nur um zu hören wie sich der jeweilige Bauabschnitt auf das Ergebnis auswirkt. In jedem Fall sehr interessant! Vom Prinzip her habe ich eine „LEDE“ (Life-End-Dead-End) Lösung umgesetzt. Vielleicht nur mal kurz für einen kleinen Überblick was ich genau gemacht habe:

  • in allen Ecken hab ich jeweils zwei Rockwool Pakete übereinander aufgestellt
  • im vorderen Bereich des Raumes wurden an den Seiten bis auf Höhe des Abhörplatzes Basotect Dämmplatten aufgehängt
  • die Decke über dem Abhörplatz wurde ebenfalls mit Basotect abgehängt
  • der hintere Bereich des Raumes blieb unbehandelt. Da sollten eigentlich noch ein paar Diffusoren hin, in die ich aber im Moment nicht investieren will.

Das war’s eigentlich schon im Groben. Der Raum ist jetzt schön trocken, aber nicht tot und ich kann den Raum auch gleichzeitig prima nutzen um Sprach- und Gesangsaufnahmen zu machen:-)
Die ersten Tests mit meinen neuen Monitoren waren auf jeden Fall echt der Hammer! Bisher immer nur mit Kopfhörern unterwegs war ich mal echt beeidruckt was sich da für ein unglaubliches „Panoramaempfinden“ eingestellt hat. Man hat ja ständig darüber gelesen und ich hatte die Boxen ja auch schon im Wohnzimmer aufgebaut, aber in Verbindung mit entsprechender akustischer Optimierung ist das nochmal eine ganz eigene Liga. Unglaublich wie schön sich die verschiedensten Instrumente und Klänge aus allen möglichen Ecken in die Gehörgänge schleichen:-) Panorama und Räumlichkeit bekommen plötzlich eine völlig andere Bedeutung und man möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören Musik zu hören. Parallel mit dem neuen Hörgenuß transportiert jeder Titel gleichzeitig auch eine ganz neue Form von Emotionen. Es ist fast als öffnet sich der Himmel über Dir und es entsteht unweigerlich ein Gefühl tiefer Anerkennung gegenüber den Leistungen all dieser Meister des Audio Engineering. Da steht mir wohl noch einiges bevor, aber jetzt hab ich mal wenigsten eine Umgebung, die mir ermöglicht nach diesem Horizont zu streben. Ich möchte gar nicht wissen wie es ist in einem super optimierten Surround-Studio zu sitzen. Ich glaub da schweb ich dann einen Meter unter der Decke;-)
Trotz allem ist es aber auch eine gewisse Umstellung in einer neuen akustischen Umgebung zu arbeiten. Man muß sich erst an die neue Situation gewöhnen, die auch ein paar Tücken hat, aber alles in allem sind die Runs vom Küchenradio, über’s Bad zum Auto und zurück deutlich weniger geworden;-)

Ja, das soll’s jetzt für dieses Mal gewesen sein. Im nächsten Artikel erzähl ich noch ein wenig über den Mix den ich für meine Zwischenprüfung bei Hofa-College bearbeiten durfte. Das war einen ganz neue Herausforderung für mich und das Ganze hatte auch gleichzeitig weitere einschneidende Umstrukturierungen zur Folge. Ihr dürft gespannt sein;-)

Bis zum nächsten Mal und weiterhin frohes musikalisches Schaffen

Hans

Published inAkustikAllgemein

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar