Zum Inhalt

Mein erstes komplettes Bandrecording…

Wie nur die Zeit vergeht! Manchmal ist das echt schlimm. Ich kann mich noch genau an die Zeit erinnern wie wir unsere erste Band gegründet haben. Damals hab ich auf der Gitarre meiner Schwester, zusammen mit unserem damaligen Keyborder auf dessen Heimorgel „A weißes Blattl Papier“ von Relax gespielt. Hundert Punkte wer das noch kennt:-) Bald darauf bin ich dann aber auf Schlagzeug umgestiegen. He, das ist jetzt schon 27 Jahre her und mittlerweile sitzt mein Sohn mit seinen 16 Lenzen auf dem Thron meines altehrwürdigen DW-Schlagzeugs, für das ich mal echt hart sparen mußte;-) Die Band „Sound Celebration“ gibt’s übrigens immer noch, auch wenn ich mittlerweile nicht mehr dabei bin.

Jedenfalls haben die Jungs, die sich „Comearounds“ nennen einen tollen Song geschrieben und den wollen sie jetzt auf einem Bandcontest zum Besten geben und ich hab mich natürlich ganz selbstlos dazu bereit erklärt das Ding in den Kasten zu bringen;-) Ziemlich spannende Sache für mich, da ich bisher noch nie eine komplette Band aufgenommen habe. Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir viel zuwenig Zeit haben um wirklich anständig arbeiten zu können. Ich bin ja mal gespannt! Nach ersten Gesprächen war die Vorgehensweise schnell klar. Wir werden einen „Guide-Track“ erstellen und danach jedes einzelne Instrument im Overdub-Verfahren nach und nach aufnehmen. Also einfach zwei Mikros im Raum platziert und das ganze Stück erst mal in einem Durchgang aufgenommen. Größtes Problem wird das Schlagzeug werden, das wurde mir ziemlich schnell klar. Der Proberaum ist akustisch überhaupt nicht optimiert, zeichnet jede Menge Raummoden bzw. üble Resonanzen und ich hab leider nur zwei Kanäle für die Aufnahme zur Verfügung. Schlagzeug war dann auch gleich das erste Instrument das ich aufgenommen habe. Als Aufnahmetechnik hab ich mich für die „Recordermann-Mikrofonierung“ entschieden. Viel mehr Möglichkeiten ergeben sich ja auch leider nicht mit nur zwei Aufnahmekanälen;-) Die Recordermann-Technik kann sehr gut klingen wie ich bereits schon früher mal erfahren durfte. Nur leider ist diese Technik in einigen Punkten auch sehr begrenzt. So muß primär mal einfach der Raum passen in dem die Drums gespielt werden. Das war schon mal nicht der Fall. Dann muß der Drummer sehr diszipliniert spielen. Das heißt man darf es bei der Hi-Hat und den Becken nicht übertreiben, weil die sonst viel zu präsent werden im Ergebnis. Weiterhin taugt diese Technik ganz allgemein einfach am ehesten mit einem Song, der vom Sound her ganz klar akustisch orientiert ist. All diese Dinge waren nicht so recht gegeben und so konnte das Schlagzeug einfach nicht überzeugen. Dazu allerdings später mehr.

Als zweites Instrument war dann die Bassgitarre an der Reihe. Amp war keiner vorhanden und so hab ich den Bass einfach direkt in den Line-Eingang von meinem „Baby“ gestöpselt und los gings. Einfach, aber für den Song durchaus passend. Ich denke da werd ich mir wohl mal noch ne DI-Box zulegen um ein optimales Signal für solche Zwecke zu bekommen.

Als nächstes war dann die E-Gitarre dran. Die Abnahme erfolgte direkt am Amp mit einem Shure SM57. Das Mikro hat ja für Gitarre und Snare bereits einen Kultstatus und ich muß sagen es hat mich nicht enttäuscht. Leider war mir der Sound des Amp ein wenig zu muffig und so hab ich noch ein t.bone SC 140 parallel mit dazugestellt und das kam dann meiner Vorstellung schon etwas näher. Wir haben dann insgesamt 2 Takes mit insgesamt 4 Spuren aufgenommen. Klingt auch nicht schlecht wie ich finde!

Dann war das E-Piano an der Reihe. Das war ähnlich unkompliziert. Leider konnte ich nicht den trockenen Sound bekommen, den ich gern gewollt hätte, aber da ich das Piano eh etwas nach hinten platzieren werde, sollte das nicht ganz so schlimm sein. Vom Piano haben wir uns insgesamt 3 Takes gegönnt.

Zum Schluß der ersten Recording Session kam dann noch eine Ovation zum Zug. Hier muß ich sagen war ich von meinem Proberaum sogar recht positiv überrascht. Ich hab die Gitarre auch mit einem t.bone SC 140 aufgenommen und die ist mir mal echt gut gelungen wie ich finde. Vielleicht ein klein wenig harsch, aber nichts was man mit einem EQ nicht noch hinkriegen würde. Wir haben von der Ovation 3 Takes aufgenommen, wobei der dritte mit dem internen Tonabnehmer der Ovation aufgenommen wurde und im  Vergleich mit diesen günstigen Mikros kann der Tonabnehmer wirklich nicht mithalten. Da fehlt der Gitarre einfach ein gewisser „Bauch“, den das Mikro echt gut mitbringt. Auch der Raum machte wenigstens in Verbindung mit der Ovation keinerlei Probleme. Ihr seht also – experimentieren lohnt sich auf jeden Fall!

Um halb neun war dann soweit alles im Kasten bis auf den Gesang. In der gleichen Nacht hab ich dann noch mit dem Rough-Mix begonnen und da war die Sache dann endgültig klar – das Schlagzeug geht gar nicht! Da muß eine andere Lösung her. Die Lösung sah dann so aus, dass ich am nächsten Morgen ein Behringer „ADA8000 Ultragain Pro8 Digital“ bestellt habe um mein Babyface um 8 zusätzliche Kanäle zu erweitern. Jaja, ich weiß schon, das Behringer Lager ist sehr geteilt. Die einen hassen es, die anderen arbeiten einfach damit. Klar steh ich auch auf edles Zeug, aber in dem Fall heiligt der Zweck die Mittel und ein erster Vergleich mit den direkten Kanälen des RME brachte keinen wirklich gravierenden Unterschied an die Ohren. Für meinen Zweck ist das jedenfalls erst mal mehr als ausreichend. Ich kann jetzt jedenfalls das Schlagzeug anständig mikrofonieren und hoffe dadurch einfach einen besseren Drumsound zu bekommen. Einen Satz Mikros passend für Drums habe ich noch aus „Altbeständen“. Darunter auch ein AKG D112, ein Shure Beta91 Grenzflächenmikro, ein AKG- Clipmikro C418, das SM57, drei EV N/D 408B, sowie das t.bone SC 140 Stereopaar als Overhead. Leider kann ich mein ehemaliges Snaremikro, ein Sennheiser E604 nicht mehr finden. Was für eine Schlamperei:-( Jedenfalls denke ich da sollte durchaus was rauszuholen sein. Mal sehen wie sich das ausgeht…

Soviel mal für heute, sonst wirds einfach zuviel. Wie die Schlagzeugaufnahme verlaufen ist und wie ich mit dem Rest vorangekommen bin erzähle ich im nächsten Arikel. Es war auf jeden Fall sehr spannend, soviel darf ich schon mal verraten;-)

guten Sound und einen tollen Start in ein schönes Wochenende wünscht Euch

Hans

 

Published inAllgemein

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar