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Live-Mix bei „Milezz & More“

Ich hatte ja erst kürzlich über den Live-Mix von „DaniMehr“ berichtet und man soll es kaum glauben, der nächste Auftrag ließ nicht lange auf sich warten. Kurze Zeit später kam ein Anruf von Alex dem Bassisten von „Milezz & Moore“, dass dringend ein FOA-Techniker benötigt wird für einen Gig am Fischertagsvorabend in Memmingen. Trotz einiger kleiner Bedenken hab ich den Job natürlich zugesagt, den ich am den 26. Juli zu bewältigen hatte.

Das Pult von Milezz & More ist kein normales, sondern ein digitales und das macht die Sache natürlich erstmal eine Idee reizvoller;-) Das Presonus StudioLive 24.4.2 ist jetzt ja nicht unbekannt in FOA-Kreisen und genießt auch einen recht guten Ruf und so hab ich mri das Pult gleich mal zu mir nach Hause geholt und im Keller damit gearbeitet. Das Pult macht einen sehr soliden Eindruck und die Einarbeitung ging auch recht schnell von der Hand. Nach ein paar Stunden hatte ich die Funktionen schon alle durch und konnte es auch kaum erwarten diese jetzt Live umzusetzen.

Am Auftrittstag fühlte ich mich gleich mal wieder als „echter Musiker“, durften wir doch bei prallem Sonnenschein und 35 Grad im Schatten erstmal die Bühne aufbauen:-) Das ging allerdings recht schnell und die Arbeit unter Kollegen hat auch richtig Spaß gemacht:-) Trotzdem vergeht die Zeit natürlich immer viel zu schnell und so hätte eine Stunde zusätzlich sicher nicht geschadet. Der Soundcheck verlief sicherlich nicht so flott wie bei einem routinierten Profi, aber ich bekamm die Sache letztlich wirklich gut hin. Ich war froh ein digitales Pult zu haben mit einer super Klangregelung und so netten Sachen wie z.b. Kompressoren, die ich wirklich gut brauchen konnte um einen schönen Sound zu basteln:-) Einzig den  Grafischen Equalizer von DBX, der neben mir stand empfand ich erstmal eher als Bedrohung, aber dazu später mehr. Die internen Halleffekte fand ich nicht besonders prickelnd, aber vielleicht bin ich da ja schon zu arg vom Studio verwöhnt und der Tatsache, dass ich mich schon sehr viel mit Räumen beschäftigt habe. Alles in allem hatte ich 18 Spuren zu versorgen. Schlagzeug, Gesang und Keyboards hab ich auf separate Subgruppen geroutet. Der Gitarrenamp wurde mit einem Shure SM 57 abgenommen, das für den Zweck ja fast schon die erste Wahl ist. Ein Sennheiser MD 421 klingt für den Zweck auch sehr schön, wie ich bei einer anderen Gelegenheit schon feststellen konnte. Der Sondcheck verlief dann fast fließend mit dem Beginn der Veranstaltung. Als Vorgruppe hatte ich erstmal die Bluesband „Mojo Krauts“ zu mischen und das ging echt gut von der Hand. Ab neun waren dann Milezz & More am Start und ab da lief mir erstmal einiges aus dem Ruder. Ich hatte irgend eine grauenvolle Bassresonanz auf den Boxen, die ich einfach nicht zu bändigen wußte. Das hat mich mal echt Nerven gekostet! Es war eigentlich nichts mehr was ich noch hätte tun können und selbst nachdem der Bassamp von Alex abgeraucht war hatte ich nicht wirklich Ruhe. Sämtliche Bässe aller Instrument unterhalb von 150 Hz waren faktisch nicht mehr da und trotzdem hatte ich für meine Ohren nur undefinierbaren Matsch an den Membranen. Zum Glück kamen immer wieder mal Leute vorbei, die mir gesagt haben wie toll doch die Band sei und so war wenigsten nicht alles verloren;-)

Irgendwann kam mir dann dieser Equalizer neben mir in den Sinn und eine satte Abdämpfung in den tiefen Bässen brachte dann das gewünschte Ergebnis. Plötzlich ging die Sonne auf und endlich hatte ich auch wieder sowas wie Wohlklang auf meinen Ohren:-) Hat mir das Ding doch tatsächlich fast die ganze Show versaut! Soviel zum Thema viele Knöpfe für Leute, die nicht wirklich Ahnung haben;-) Ab jetzt hat es dann auch richtig Spaß gemacht und ich konnte schön an all den verspielten Kleinigkeiten arbeiten:-) So ging der Abend dann vorbei wie im Flug und es hat wirklich richtig Spaß gemacht. Alles in allem hatte ich echt alle Hände voll zu tun und auch ein paar Erfahrungen mit entsprechenden „Spezialisten“ konnte ich sammeln, mit denen wohl jeder zu kämpfen hat der hinter einem Pult steht. Allerdings hat mich das aber mehr amüsiert als geärgert;-)

Für meine ersten Job am Pult ist es für mich persönlich gut gelaufen. Ich war zufrieden und die Band hat mich gleich zu einem weiteren Job verpflichtet:-)
Um aber trotzdem noch mehr Input und Wissen zu bekommen hab ich mich im Oktober zu einem Live-Mix-Intensivwochenende in München angemeldet. Da bin ich schon sehr gespannt drauf und wer weiß, was sich daraus noch alles ergibt…

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