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HOFA-Workshop „Rock- & Pop-Mixing am Computer“

Am 06.12. war ich mal wieder bei einem Workshop in den Hofa-Studios. Diesmal ging es um das Thema „Rock- & Pop-Mixing am Computer“. Leider kann ich diesmal nicht ganz so ausführlich berichten, da ich ziemlich mit mir selber zu kämpfen hatte und so meine Aufmerksamkeit leider ziemlich eingeschränkt war. Das hat mir im Nachhinein ziemlich gestunken, denn Dennis Ward, der den Workshop durchgeführt hat ist schon ein echter Hund was das Mixing angeht;-) Trotz meiner Aufmerksamkeitsdefizite hab ich einige ziemlich coole Erkenntnisse gewonnen, die meine Mixe in Zukunft hoffentlich in eine neue Dimension lenken werden.

Am Anfang steht für Dennis, wie auch für mich, erst mal das Setup für den Mix. Instrumente und Spuren ordnen bzw. gruppieren, und einfach mal alles sauber und übersichtlich anlegen. Danach kommt dann wie auch schon von mir berichtet das Hören durch den ganzen Song um einfach mal ein Gefühl für das Stück zu bekommen. Dazu werden erstmal alle Spuren auf ein brauchbares Lautstärkelevel gebracht um einfach mal alles zu hören was so drin ist in dem Song. Ist das mal so grob eingestellt, kann man sich einfach mal zurücklehnen und den Titel auf sich wirken lassen. Dabei bekommt man schon mal ein gewisses Gefühl für den Song und natürlich für die Aussage, die das Stück machen will, denn jeder Song will dem Hörer irgend etwas vermitteln und das herauszuarbeiten ist die Kunst des Mixing-Engineers! Es ist auch sehr hilfreich sich dazu auch den Songtext mal durchzulesen! Erst wenn man sich der Aussage klar ist, geht es an  die Spuren im Einzelnen. Dennis fängt hier am liebsten mit dem Gesang an, da der in der Regel den Mittelpunkt des Songs verkörpert. Auch das bestätigt meine Vorgehensweise:-) Die ganzen weiteren Instrumente bauen sich in der Folge einfach nach und nach ergänzend drum herum auf.

Ich möchte jetzt gar nicht so sehr auf Details eingehen. Die sind eh immer so individuell wie der Song an dem man arbeitet. Würde es für jedes Instrument allgemeingültige Einstellungen geben, dann bräuchten wir keine Tontechniker mehr. Wir würden einfach nur den Song in unser Programm laden, auf „Convert“ klicken und alles wäre super;-) Gott sei Dank ist dem aber nicht so. Mixing ist genauso eine Kunst wie ein Instrument zu spielen. Beiträge über irgendwelche Einstellungen mit denen man beginnen kann gibt es jede Menge im Netz. Ich will in meinen Beiträgen viel mehr die Bereiche sensibilisieren, die man nicht auswendig lernen kann. Ich möchte die Sichtweise für die Dinge in eine Richtung lenken, die nachher im Ergebnis als Kunst bezeichnet werden können. Diesen Zweck hat der Workshop für mich absolut erfüllt. So jetzt aber die Punkte, die mich dabei so begeistert haben.

Zum ersten der unglaubliche Purismus. Das hat mich mit Sicherheit am meisten überzeugt. Das wichtigste an einem guten Mix ist die Aufnahme – Punkt! Taugt die Aufnahme ist der Mix eigentlich schon zu weiten Teilen fertig. Ich glaube ich habe in meinen Mixen noch nie so wenige der klassischen Bearbeitungsschritte eingesetzt wie Dennis das getan hat. Immer nur alles sehr dezent. So gut wie gar kein EQ-ing und wenn dann nur zum beseitigen von Resonanzen, die Dennis immer schnell und zielsicher gefunden hat. Echt beeindruckend! Viele Dinge hab ich nicht mal gehört, bevor er sie dann entsprechend verstärkt hat.

Sehr viel Wert hat Dennis auf die richtigen Phasenverhältnise gelegt. Immer wieder wurden Phasenlagen verglichen, sobald ein neues Intrument in den Mix integriert wurde. Auch ein Part auf den ich eigentlich noch nie wirklich geachtet habe.
Was Dennis aber sehr oft und ziemlich intensiv eingesetzt hat war eine ausgeprägte Saturation. Sehr beeindruckend was damit alles erreicht werden kann. Durch Saturation, bzw. Verzerrung erreicht man schnell eine super Klangfülle einerseits, aber auch eine schöne dynamische Stabilität innerhalb der zu bearbeitenden Spuren kann damit gut erreicht werden. Ich denke ich werde mit diesem Werkzeug in Zukunft definitiv mehr arbeiten und experimentieren! Ebenso haben wir je nach Intrument auch mit verschiedenen Hallräumen gearbeitet um den Klang aufzupeppen.

Am Schluß des Tages Klang der Song jedenfalls richtig amtlich und das ohne irgendetwas zu verbiegen und meist nur mit einfachen Boardmitteln. Zum Einsatz kamen hauptsächlich ein SSL-Channelstrip, Cubase interne Plugins und zwei Tools namens „Devil-Loc“ und „Decapitator“ von Soundtoys zwei echt dreckige aber endgeile Plugins, die im Prinzip durch Saturation den Spuren so richtig den Mojo-Sound entlocken wie Dennis es nennt;-)

Es hat jedenfalls wieder sehr viel Spaß gemacht und ich werde bestimmt noch einige der Workshops wahrnehmen!

Bis zum nächsten mal und bleibt dran!

Hans

Published inAllgemein

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