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HOFA-Workshop „Musikproduktion“

Am 01.08.2013 war wieder mal HOFA-Tag. Hatte ich schon mal erwähnt dass ich mich jedesmal darauf freue;-) Thema war diesesmal  „Musikproduktion“ und Tutor war Jochen Weyers, der schon den Drumrecording-Workshop abgehalten hatte.

Die Anreise war leider mal wieder ziemlich anstrengend. Hitze und A8 lassen grüßen, aber ich hab’s dann doch geschafft, wenn auch mit etwas Verspätung. Begonnen haben wir den Workshop mit der Analyse von verschiedenen Songs und wir haben uns über Ziel und Vorgehensweisen der jeweiligen Produktionen unterhalten, was immer am Anfang jeder Aufnahme stehen sollte. Das ist grad am Anfang gar nicht so einfach, aber viele Dinge ergeben sich auch ganz von selber oder sind einfach fester Bestandteil der verschiedenen Stilrichtungen. Es geht heute schwerpunktmäßig darum die jeweiligen Instrumente einer Band richtig aufzunehmen. Auswahl und Positionierung der Mikrofone sowie der richtige Signalfluß und auch das Monitoring bei einer Aufnahmesituation sollten beleuchtet werden. Ein spannendes Thema, das viele Möglichkeiten bietet. Begonnen haben wir mit dem Schlagzeug. Vieles war hier schon vom Drumrecording-Workshop bekannt, aber trotzdem konnte ich nochmal einige Kniffe mitnehmen, die mir damals entgangen sind. Wir haben das Set komplett mikrofoniert und auch Rahmenbedingungen des Drumrecordings besprochen. Ist doch das Drumrecording immer wieder eine besondere Herausforderung und auch immer wieder ein spannendes Erlebnis. Nach den Mikros wurden dann auch noch verschiedene Möglichkeiten des Monitorings besprochen und dann war auch schon wieder Zeit für Mittagessen, welches ja immer kostenlos im Rahmen der Workshops mit dabei ist. An dieser Stelle einfach auch mal ein großes Lob an den Koch, der uns wie immer ein vollständiges Menue mit Suppe, Hauptgang und Nachspeise aufgetischt hat. Allein dieser Service macht die HOFA-Studios schon zu etwas besonderm! Frisch gestärkt haben wir nach dem Essen dann mit einem Mitarbeiter an den Drums einige Minuten aufgenommen und danach auch einige Möglichkeiten der Spurbearbeitung besprochen. Danach haben wir gleich noch die vorhandene Raummikrofonierung ausgenutzt und einige Percussions aufgenommen. Das hat den Vorteil, dass man schon bei der Aufnahme das jeweilige „Schepperle“ richtig und vor allem auch authentisch im Mix positionieren kann. Meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit solchen „Kleinkram“ glaubwürdig im Mix unterzubringen. Mehr Infos hierzu könnt Ihr in meinem Beitrag zum Workshop „Hall- und Tiefenstaffelung“ nachlesen, der mir in dieser Richtung echt die Augen geöffnet hat:-)

Als nächstes war dann das Thema „Gitarrenaufnahme“ auf dem Plan. Was sich bei Aufnahmen immer als sehr vorteilhaft erweist ist die Nähe zum Künstler. Am besten ist es natürlich wenn sich der Künstler zusammen mit dem Tontechniker in der Regie aufhalten kann. Dies läßt sich ganz einfach dadurch realisieren dass man die Gitarrenvorstufe bzw. das Effektgerät in der Regie beläst und die Box in einem Nebenraum positioniert. Das geht natürlich nur wenn man einen Amp hat, der das auch ermöglicht. Wir hatten einen Vox-Amp, der sowas ermöglicht. Somit kann der Künstler in der Regie bleiben und die eigentlichen Aufnahmen finden dann im kleinen Aufnahmeraum nebenan statt. Eine sehr coole Lösung wie ich finde:-) Dann wurde die Box noch entsprechend mikrofoniert und zwar mit einem Sennheiser MD421, einem Shure SM-7, und einem Sennheiser e906. Ein Gitarrist aus der Teilnehmerrunde hat sich dann als Musiker bereit erklärt und so wurde dann etwas zu der vorhergenden Drumspur gejammt. Jedes der drei Mikros liefert seinen eigenen Sound, mir gefiel das MD421 am besten, Jochen hat sich für das SM-7 entschieden, aber es kommt natürlich auch immer darauf an was man am Ende haben will. Ich persönlich hab auch mit dem klassiker Shure SM-57 sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch hier ist es letztlich immens wichtig die richtige Position zu suchen und es sollte an dieser Stelle wirklich auch reichlich experimentiert werden. Meiner Meinung nach kann hier am meisten falsch gemacht werden und ein guter Sound steht und fällt mit der richtigen Position der Mikros. Selbst das teuerste Mikro wird kläglich versagen wenn man sich hier keine Mühe gibt. Das gilt natürlich für alle Intrument die man aufnehmen will nicht nur für Gitarre.

Anschließend war dann der Bass an der Reihe. Hier haben wir rein mit Vorstufe ohne Box und zusätzlich einer DI-Box gearbeitet, die Vorgehensweise bzgl. Mikrofonierung usw. ist die Selbe als würde man optional auch ein Signal über eine Box aufnehmen.

Als letztes haben haben wir dann noch diese unglaublich coole Hammond-Orgel mikrofoniert, die an ein echtes Lesley angeschlossen war. Was für ein edles Stück! Sowas hätte ich auch gern Zuhause rumstehen;-) Das macht echt mal Laune und der Sound ist einfach nur vom Feinsten:-) Eine anständige Lautstärke ist hier ein muß, denn die Eigengeräusche von so einem Instrument sind schon beträchtlich, aber das tut dem Ergebnis keine Abruch und allein schon das Wissen wo der Sound herkommt macht die Aufnahme schon zu etwas besonderem. Ich nenne das eine spezielle Form der Psychoakustik, die man einfach erlebt haben muß:-)

Ganz zum Schluß haben wir noch über eine mögliche Vorgehensweis beim Mix geredet und wir hatten dann am Ende auch einen recht netten Song im Kasten, der durchaus potential hatte wenn man bedenkt, dass dieser mal eben so aus dem Nichts entstanden ist;-)

Alles in allem wieder ein sehr schöner und lehrreicher Tag im HOFA-College! Danke auch an Jochen für seine Mühe und sein Bestreben, dass jeder das Maximum aus dem Kurs mit nach Hause nimmt und ich glaube ich spreche hier stellvertretend für alle Teilnehmer.

 

Published inAllgemeinMixingRecordingWorkshops

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