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Gratis Recording Mix von JJ67- „The sick brain“

Zwei der vier Teilnehmer meiner Gratis-Recording Aktion sind bereits fertig und heute folgt mit dem Stück „The sick brain“ von JJ67 die Nummer drei. Der Mix von JJ67 war der schwierigste von allen und auch vom Ergebnis her bin ich noch nicht ganz zufrieden. Wie die Aufnahmen gelaufen sind könnt Ihr bereits in mehreren vorangegangenen Beiträgen nachlesen. Immerhin war JJ67 die erste Band die ich mit professionellem Anspruch in meinem Studio aufgenommen habe. Die Aufnahmen selber haben einen riesen Spaß gemacht und ich werd den Tag wohl so schnell nicht vergessen;-)
Am vergangenen Wochenende war ich zu Besuch bei JJ67 die im Biergarten vom Musikcafe Sherwood zusammen mit drei weiteren Bands ein Openairkonzert gaben und konnte mich somit auch gleich von den Livequalitäten der Band überzeugen. Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal für die tolle Gastfreundschaft und die vielen netten Kontakte die ich knüpfen durfte! Jetzt aber zum Mix von „The sick brain“.

Die Band jj67
Die Band jj67

Nachdem ich den Mix in meiner DAW eingerichtet und alle Spuren zusammengeschnitten hatte, wurden mir bald einige Schwachstellen bei den Aufnahmen vor meine Ohren geführt. Bei den Drums war dies hauptsächlich die Snare und auch die unglaublich vielen Spuren der Gittarenaufnahmen waren nicht wirklich optimal. Es ergaben sich einige Phasenschweinereien und es war nicht wirklich möglich aus dem ganzen vorliegenden Material eine schöne Mischung zu bekommen. Beim Bass dagegen hat dies sehr gut funktioniert und ich konnte hier einen wirklich schönen Sound zusammenbauen. Auch die Congas und die Percussions sind gut gelungen und waren gut zu integrieren. Die Tasten waren an sich auch nicht wirklich ein Problem, nur das zusammenführen der Keyboardsounds in den Mix war nicht so ganz einfach, da sich die Keys mit vielen anderen wichtigen Frequenzen überlagert hatten. Ich mußte also versuchen einen guten Kompromiss zu finden und so wurde das Stück dann fast etwas „orgellastiger“, als ich mir das ursprünglich gewünscht hatte. Die gutgemeinten Choraufnahmen waren auch nicht einfach zu verwerten, gerade die super spaßige Geschichte mit der gemeinsamen Chorspur:-) Die Klang leider etwas hohl im Ergebnis und das ist sicherlich eine Folge der nicht ganz optimalen Raumakustik, an der ich mittlerweile schon die ersten Optimierungen in die Wege geleitet habe.

Ich hab einiges an Zeit in den Mix investiert und die verschiedensten Ansätze ausprobiert. Mein Anspruch war zu Beginn so viel wie möglich vom vorliegenden Material zu nutzen und vor allem ganz ohne Drum-Replacement auszukommen, aber es war trotz aller Mühen nicht möglich ein zufriedenstellendes Ergebnis zu bekommen. Die erste fertige Version war dann auch noch viel zu basslastig, zu wenig räumlich und an vielen Stellen einfach zu stark bearbeitet. Es half alles nichts und so hab ich erstmal eine kreative Pause eingelegt und den Mix einfach mal ruhen lassen.

Danach konnte ich das Werk dann etwas weniger verbissen angehen. Ich hab den Mix auch mal grob vom HOFA-Team beurteilen lassen und bin die ganze Sache dann nochmal von einer anderen Seite aus angegangen. Ich hab erstmal die Gitarren gründlich entrümpelt und jeweils nur noch eine einzige der vielen Spuren verwendet. Auch die Snare konnte so auf keine Fall durchgehen und wurde mit einem Sample aufgewertet. Den räumlichen Charakter hab ich dann an die Aufnahmen angelehnt und so bekam das Stück einen gewissen Clubcharakter, was ihm gar nicht mal schlecht steht.

Erfreulich unkompliziert war die Leadstimme von Rita. Da mußte ich fast gar nichts machen und trotzdem rotzt die Röhre mal echt amtlich – Sorry für den Vergleich aber ich kann’s grad nicht besser ausdrücken:-)

Trotz der vielen Herausforderungen hab ich durch den Mix doch viel gelernt. So ist es definitiv nicht möglich Wunder zu vollbringen und wenn nun mal das Ausgangsmaterial nicht stimmt, dann kann man nur noch versuchen das bestmögliche draus zu machen. Bei diesem Mix ist mir erstmals so richtig bewußt geworden wie wichtig es ist eine klare Soundvision zu haben, die man schon gleich bei den Aufnahmen berücksichtigen sollte. Ich werde mir in Zukunft auch, wenn möglich, die Mühe machen die Band Live anzuhören um eine gewissen Vorstellung vom Charakter und dem Sound der Band zu bekommen. Auch die peinlich genau Arbeit bei der Schlagzeugabnahme ist einfach unerläßlich, wie das spätere Ergebnis von „tomstroke“ der letzten Band zeigt. Ein genaues positionieren der Mikros ist das absolut wichtigste und selbst Nuancen können hier den alles entscheidenden Unterschied machen. Viel Zeit zu investieren lohnt sich allemal und das wird sich später im Mix einfach auszahlen. Ich werde den Mix jetzt einfach mal so stehen lassen. Irgendwann muß einfach mal genug sein. Vielleicht greif ich das Werk ja zu einem späteren Zeitpunkt nochmal auf, oder JJ67 verirrt sich mal wieder zu mir ins Studio. Einen super Tag hatte ich allemal mit der Band:-) Grad mit Jens dem Gitarristen würde ich gern noch einiges experimentieren wollen und hab auch schon so ein paar Ideen wie man den echt abgefreakten Sound gebührend einfangen könnte. Wenn Ihr mal Gelegenheit dazu habt, dann müßt Ihr Euch das unbedingt geben, a everlasting grin on your face is guaranteed🙂

Jetzt aber genug der Worte. Nachfolgend jetzt der fertige Mix „The sick brain“ von JJ67:

[soundcloud]https://soundcloud.com/hjs-studio/jj67-the-sick-brain[/soundcloud]

 

Published inAllgemein

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