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Goldene Ohren oder “The Legend of Golden-Ears” – Teil 7

Mit dem heutigen Blogartikel, möchte ich Euch über meine Übungsarbeit mit Frequenzen erzählen. Ich habe  im Sommer 2011 angefangen gezielt an Frequenzen zu arbeiten und zieh das seither weitestgehend auch recht konsequent durch. Arbeiten tu ich mit all den Tools, die ich im letzten Beitrag schon vorgestellt hatte. Angefangen habe ich mit dem CD-Set „Golden Ears“, welches von Anfang an eine sehr gute Arbeitsweise vorgibt, die ich auch bis heute beibehalten habe. Das komplette Frequenzspektrum wird bei „Golden Ears“ erst mal in 3 Gruppen mit jeweils 5 Oktaven eingeteilt. Low (31-500Hz), Middle (250-4000Hz) und High (1kH-16kH). Als Soundquelle dient am Anfang erst mal ein „rosa Rauschen“. Alle Oktaven werden jeweils um 12dB in der jeweiligen Oktave angehoben. Die Übungen selber sind dann in Set’s mit jeweils 10 Frequenzen eingeteilt.
Begonnen wird damit, sich in der jeweiligen Gruppe das entsprechende Trainigsset anzuhören, um ein Gefühl für die jeweiligen Frequenzen zu entwickeln. Nachdem sich der Charakter der einzelnen Oktaven etwas eingeprägt hat, kann dazu übergegangen werden mit den eigentlichen Übungen zu beginnen. Jetzt werden in jedem Übungsset 10 Frequenzen vorgespielt, die es zu bestimmen gilt. Mittels einem speziellen Punktesystem kann jederzeit der Fortschritt kontrolliert werden.

Das Übungsprinzip bleibt immer das gleiche, nur der Schwierigkeitsgrad wird von mal zu mal gesteigert. Erst wird jede der drei Gruppen zunächst einzeln geübt, danach erstrecken sich die Übungen über alle Oktaven. Als nächstes werden die Oktaven nicht angehoben, sondern abgesenkt, was wieder einen völlig anderen Charakter hat und schließlich erstrecken sich die Übungen  über alle Oktaven und es gilt zusätzlich zu bestimmen ob die Frequenz entweder angehoben oder abgesenkt wurde.

Wenn das gemeistert wurde fängt alles wieder von vorne an. Diesmal allerdings mit Musik in Form von Stücken aus allen möglichen Stilrichtungen. Spätestens hier wird die Sache dann richtig interessant;-) Während die Übungen mit dem „rosa Rauschen“ für mich noch recht gut zu meistern waren fängt es hier an teilweise echt schwierig zu werden. Das Rauschen hat den Vorteil dass jede Frequenz relativ eindeutig zu erfassen ist, während diese Aufgabe bei richtigen Musikstücken zu einer echten Herausforderung wird. Hier spielen Eigenschaften wie Stilrichtung und Instrumentierung teilweise sehr komplex ineinander. So kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Frequenzen bei einem Stück ganz klar zu bestimmen sind, während bei einem anderen Stück das richtig schwierig wird. Klassische Musik verhält sich anders als Rockmusik usw. Das liegt daran, dass im Gegensatz zum „rosa Rauschen“ nicht das gesamte Frequenzspektrum durchgängig gleichmäßig vorhanden ist. Wenn also in einem Musikstück eine bestimmte Frequenz zu wenig präsent ist, dann kann sie auch nicht so gut wahrgenommen werden sobald man diese im Pegel verändert. Eigentlich logisch oder;-)

Ja, aber das ist noch lange nicht alles. Es gibt noch eine weitere Steigerung, nämlich das Hören der Frequenzen bei verschiedenen Einzelinstrumenten, bzw. Instrumentengruppen! Diese Übungen werden von „Golden Ears“ leider nicht mehr abgedeckt. Ab hier kommen jetzt die ganzen Programme vom letzten Mal ins Spiel. Genau diese Übungen fördern so manche Überraschung zu Tage, die man bis dahin nicht mal erwartet hätte. Spielt doch da z.B. mal mit einem Ride oder Crashbecken – ihr werdet erstaunt sein, wo da eigentlich die Kernfrequenzen liegen. Ich wette die meisten von Euch drehen da erst mal ganz intuitiv im oberen Drittel der Höhen – stimmt’s?:-)
Um Euch jetzt noch an der Rand der Verzweiflung zu bringen können wir jetzt noch mit Drittel-Oktaven arbeiten, oder in einer Übung sogar 2 verschiedene Frequenzen gleichzeitig verändern. Damit seid ihr dann erstmal die nächsten Jahre beschäftigt;-)

Ganz zum Schluß will ich jetzt noch auf die Frage eingehen wieviel Üben denn Sinn macht. Golden Ears empfiehlt erst mal mit Sets á  20min pro Tag zu beginnen, damit sich das Gehör auch optimal entwickeln kann. Ich persönlich habe mir dieses Pensum zum Standard gemacht. Ich versuche auch wirklich täglich an den Frequenzen zu arbeiten. Leider gelingt mir das auch nicht immer, aber es ist auf jeden Fall sehr wichtig gerade diese Übungen immer und immer wieder zu machen um mit den Frequenzen fit zu werden. Ich merke bei mir, dass mein Level regelmäßig stark einbricht wenn ich mal über einige Wochen nichts mehr gearbeitet habe. Zum Glück dauert es nicht mehr so lange bis man wieder „Vorne“ ist, aber das ist ja beim Sport ganz ähnlich.

So das war’s wieder für dieses mal. Ich wünsch Euch viel Spaß beim Frequenzen hören und viel Erfolg mit Eurer Musik!

bis zum nächsten Mal

Hans

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