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Goldene Ohren oder “The Legend of Golden-Ears” – Teil 5

auxmoney.com - Bevor ich zur Bank gehe!
Herzlich Willkommen zu meinem neuesten Blogbeitrag. Erst mal möchte ich mich für die positive Resonanz bedanken, die ich bisher schon erhalten habe. Vielleicht nicht in Form einer Unmenge von „Likes“, aber doch in persönlicher Form. Das freut mich sehr und motiviert mich natürlich auch gleichzeitig weiterzumachen;-)

Heute soll es, wie schon angekündigt, um Frequenzen gehen. Um was genau geht es denn hier eigentlich? Nun Frequenzen sind im groben zeitlich abhängige, periodische Schwingungen. Ein Schallereignis kann aus ganz vielen solcher Schwingungen bestehen. Jedes Instrument, jedes Geräusch und auch die Stimme besteht aus einem ganz komplexen Verhältnis vieler solcher Schwingungen und ergeben für jedes Schallergeignis einen eigenen unverwechselbaren Klang, durch den wir in der Lage sind letztlich auch zu bestimmen ob es sich um eine Gitarre oder um einen Donnerschlag handelt. Diesen Mix an Schwingungen den jedes Geräusch und jeder Laut mitbringt nennt man „Frequenzspektrum“. Soviel mal zur Therorie. Ich möchte Euch an dieser Stelle besser mal auf Wikipedia verweisen. Dort findet ihr eine ausführliche Definition hierzu.

Wichtig für uns ist es zu Wissen, dass man dieses Frequenzspektrum einerseits mit Hilfe eines Spectrum analyzers sichtbar machen und andererseits mit Hilfe eines Equalizers bearbeiten kann. Von jetzt an haben wir ein mächtiges Werkzeug in der Hand um unser Audiomaterial kunstvoll zu formen oder im schlimmsten Fall auch komplett zu zerstören;-) Dies passiert leider allzu oft in der Praxis. Damit uns dies nicht passiert, ist es sehr wichtig genau zu wissen was man eigentlich tut wenn man vor so einem mächtigen Werkzeug wie dem Equalizer sitzt. Wer kennt sie nicht die typischen Kurven, die sich viele wohl mehr aus optischen als aus akustischen Gesichtspunkten an ihren grafischen EQ’s einstellen;-) Immer wieder ein Erlebnis:-)

Wir brauchen also dringend die Fähigkeit Frequenzen zu hören und zu bestimmen. Dazu müßen wir erst mal wissen aus welchen Frequenzen denn so ein Klang besteht und mit welchen Frequenzen ich was erreichen kann. Auch dieses Thema kann für sich allein schon Bücher füllen. Ein erster Schritt ist allerdings auf jeden Fall schon mal, sich für jedes Instrument das Frequenzspektrum in einem Analyzer anzuschauen und sich bewußt zu machen, welche Frequenzen denn da jeweils so beteiligt sind. Danach können wir einen Equalizer dazuschalten und einfach mal probieren was denn so passiert wenn wir an den verschiedenen Bändern rumregeln. Dadurch bekommen wir schon mal einen ersten Eindruck was eigentlich passiert wenn wir an verschiedenen Frequenzen arbeiten.

Für den Anfang ist es sicherlich sinnvoll sich erstmal auf die wichtigsten Oktaven, 64 Hz, 128 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kH, 2 kH, 4 kH, 8 kH und 16 kH, im Frequenzspektrum zu konzentrieren. Dazu laden wir uns ein rosa Rauschen in unsere DAW und heben diese Frequenzen einfach mal nacheinander um mind. 12dB, bei einem Q-Faktor von 3.0 an. Probiert einfach mal alle durch und versucht den jeweiligen Charakter der einzelnen Frequenzen zu erfassen. Jetzt gibt es zum Glück eine recht gute Methode, wie man sich den jeweiligen Klang besser einprägen kann.

Jede Frequenz kann in seinem Klangcharakter mit einem bestimmten Formanten bzw. Vocal verglichen werden. Dieses Formanten-Vocal System ist einfach nur genial und macht das Erkennen von Frequenzen um ein vielfaches leichter. Mehr Infos dazu gibt’s auch auf Wikipedia. Zieht Euch das rein, das Zeug ist so genial, da möchte man schon fast eine Religion draus machen;-) Hier mal eine Liste der wichtigsten Formanten/Vocale passend zur jeweiligen Frequenz:

250 Hz – Vocal „U“
500 Hz – Vocal „O“
1 kHz    – Vocal „A“
2,5 kHz    – Vocal „E“
3 kHz    – Vocal „i“
der Bereich zwischen 4 und 8 kHz geht von „CH“ in Richtung scharfes stimmloses „S“ und die Bereiche zwischen 8 kHz und 16 kHz sind ebenfalls mit einem „S“ zu vergleichen, das nach und nach spitzer aber auch leiser wird, wobei die 16 kHz schon nicht mehr so deutlich zu hören sind wie noch die 8 kHz.
Der Bereich 128 kHz und 63 kHz sind für mich auch im Bereich „U“ angesiedelt, haben aber einen anderen Charakter. Alles was sich unterhalb 50 kHz befindet, kann nur noch schwer erfasst werden und auch nur wenn man Boxen hat, die das auch Abbilden können. Dieser Bereich wird auch mehr gefühlt als gehört. Das sind dann die Bässe, die in den Clubs nur noch so im Magen grummeln und oftmals als sehr unangenehm empfunden werden. Alle Frequenzen haben übrigens ihr eigenes spezielles Feeling, welches für einen bestimmten Höreindruck verantwortlich ist. Man denke hier nur an die typische Telefonstimme.

So und jetzt müßt Ihr nur noch eines – jede Menge üben!;-) Dazu gibt es zum Glück so einige Hilfsmittel, die dafür super geeignet sind. Diese Werkzeuge werde ich Euch im nächsten Beitrag etwas genauer vorstellen. Ich hab da mittlerweile schon so einiges ausprobiert und werd mal ein wenig über meine Erfahrungen berichten.

Also sperrt weiterhin die Ohren auf und viel Spaß mit Eurer Musik.

bis dann

Hans

Published inEffekteGehör

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