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Goldene Ohren oder “The Legend of Golden-Ears” – Teil 4

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Diesmal wollen wir gleich etwas technisch werden und das tun wir jetzt auch. Laß uns also die einzelnen, für das technische Gehör wichtigen Bereiche aus Teil 3 nochmal aus praktischer Sicht betrachten. Wie können wir uns die Fähigkeit aneignen, ein technische Gehör zu entwickeln. Darauf wollen wir jetzt Punkt für Punkt näher eingehen.

Generell lernen wir alle Fähigkeiten zum technischen Gehör, wie kann es auch anders sein, ganz einfach durch hinhören;-) Ja klar, der Typ will uns wohl für blöd verkaufen, darauf wär ich jetzt nie gekommen. Trotzdem, so einfach ist das im Prinzip. Hören, vergleichen, analysieren, einschätzen, bestimmen und festlegen. Das sind für mich so die wichtigsten Grundpfeiler wenn ich mir eine Fähigkeit im akustischen Bereich aneignen will.

  1. Lautstärkeverhältnisse und Panorama
    Für diese Fähigkeit brauchen wir in erster Linie erst mal eine gewisse Anzahl an Einzelspuren, die wir zu einem Mix verbinden wollen. Nur so können wir natürlich auch Lautstärkeverhältnisse und Panoramen schaffen. Ich gehe hier meist so vor, dass ich mir erst mal alle Spuren im Ganzen, roh wie sie sind anhöre und schon mal vorab damit anfange in die einzelnen Spuren reinzuhören indem ich die jeweiligen Spuren immer wieder in den Solo-Modus schalte. Dadurch bekomme ich schon mal ein gewisses Gefühl für den Song. Dann gehe ich meist dazu über ein rythmisches Fundament, bestehend aus Kickdrum, Bass und Snare zu schaffen. Danach nehme ich noch die Hi-Hat dazu und habe damit schon mal eine schöne Basis. Gleich als nächstes mische ich dann den Gesang dazu, der für mich mit den wichtigsten Part in einem Song einnimmt. Wenn ich diese Element für mich passend zusammengemischt habe, zieh ich nach und nach die anderen Intrumente hoch. Dabei versuche ich auch gleich jede Spur entsprechend im Stereopanorama, also links oder rechts zu platzieren. Wie weit, eine Spur nach links oder rechts, bzw. in der Mitte platziert wird, ist immer eine Frage des jeweiligen Songs oder auch des persönlichen Geschmacks. Wichtig ist es am Schluß ein ausgewogenes, homogenes Klangbild zu bekommen, in dem alle Spuren möglichst klar und deutlich zu lokalisieren sind.
    Je öfter man das macht, desto einfacher geht dieser Vorgang dann auch von der Hand. Sehr hilfreich ist es auch sich immer wieder Referenzsongs zu in eine Spur zu laden oder vielleicht auch mal einen Mix nachzubauen, so bekommt man am schnellsten ein Gefühl für’s Mischen. Ich persönlich empfinde das Mischen der Lautstärkeverhältnisse als ziemlich schwierig und es dauert meist sehr lange bis ich mit meinem Ergebnis zufrieden bin. Oft sitz ich mehrere Stunden nur um am nächsten Tag festzustellen, dass das was ich am Vortag gemacht habe irgendwie gar nicht geht;-)
    Sehr interessant ist es auch mit den verschiedenen Spuren nach Lust und Laune zu experimentieren. Oft haben kleine unscheinbare Elemente, ganz frech in eine bestimmte Position gesetzt eine unglaubliche Wirkung auf den gesamten Song.
    Setzt Euch vielleicht auch mal in einer ruhigen Minute ganz entspannt ins Wohnzimmer und hört Euch ganz bewußt Eure Lieblingsmusik an. Ihr werdet staunen was da so alles zum Vorschein kommt und was z.B. so ein kleiner Triangel-Schlag für Emotionen auslösen kann. Versucht dabei auch genau herauszufinden wo genau die Gitarren sind, wo die Background Vocals und in welcher Ecke das Tambourine spielt.
    Ausgestattet mit diesen Inspirationen entwickelt Ihr mit der Zeit bald Eure eigenen Ideen und könnt so Eure Mixe auf eine ganz neue Stufe bringen.

Soviel mal wieder für heute. Ich seh schon das Thema könnte ein ganzes Buch füllen:-) Nächstes Mal gehen wir dann ans Hören und Bestimmen von Frequenzen. Ein super spannendes Thema, Ihr dürft sehr gespannt sein…

Herzliche Grüße und allzeit frische Ohren

Hans

 

Published inGehör

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