Zum Inhalt

Goldene Ohren oder “The Legend of Golden-Ears” – Teil 2

auxmoney.com - Kredite von Privat an Privat
Im letzten Beitrag hab ich ja schon über den Unterschied zwischen dem musikalischen und dem technischen Gehör berichtet. Obwohl ich der Meinung bin, dass beide Varianten für jeden Musiker wichtig sind, ist es sicherlich eher das technische Gehör, das für den Tontechniker von Bedeutung  ist. Trotzdem sollte ein Tontechniker natürlich auch in der Lage sein falsche Töne zu erkennen, eigentlich logisch oder;-)

So und jetzt wird’s spannend. Wie bekomm ich denn nun dieses misteriöse, absolute Gehör? Wie schaff ich es all das wirre Zeug zu hören, welches einen Song so einzigartig macht, bzw. was einem Stück fehlt, das eben nicht diesen gewissen Zauber in sich hat? Der Weg ist nicht einfach, aber machbar. Auch ich bin im Moment noch mittendrin, aber es ist ein tolles Gefühl wie sich mir die Welt der Klänge immer mehr öffnet.

Der erste und wichtigste Tip an Dich: Laß Dich darauf ein! Klingt komisch nicht wahr? Kann ich nicht einfach schnell ein Buch lesen, alles was wichtig ist auswendig lernen und schon bin ich der Meister im Land der guten Klänge? Leider nein. Es reicht nicht einfach nur zu lernen im klassischen Sinne. Es geht auch darum seine Wahrnehmung, die Sinne, das Empfinden zu schulen. Es geht um Emotionen und in erster Linie um Emotionen!

Meiner Meinung nach kann man Musik nicht einfach so in irgendwelche Raster packen. Das wird nicht funktionieren. Wer so arbeitet, sollte sich lieber nach einem anderen Hobby umschauen;-) So jemand wird niemals die wirkliche Kraft erleben, die in der Musik steckt. „Have fun and feel it“ lautet für mich deshalb die wichtigste Regel. Stupides Gefrickel ohne einen Funken Emotion wird nie zielführend sein. Dazu ein Zitat von Angelika Maier (Joy of Voice): „Ich möchte nicht dass ihr schön singt, ich möchte dass ihr fühlt was ihr singt“! Vielleicht nur ein belangloser Spruch, aber mich hat er sehr geprägt, grade in einer Zeit, in der mich eine unglaubliche innere musikalische Leere beherrschte. Das war es nach dem ich gesucht hatte, das ist der Schlüssel zu wahrer Musikalität. Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle für die unglaublich schöne Zeit mit den verschiedenen Projekten, bei denen ich dabeisein durfte.

So, jetzt da wir das geklärt haben können wir ja endlich anfangen zu arbeiten, denn ohne Arbeit geht’s halt leider doch nicht;-) Ich fange jetzt mal mit dem musikalischen Gehör an, werde aber nur am Rande darauf eingehen, da für den Alltag des Tonschaffenden das technische Gehör fast wichtiger ist. Was kann ich also tun um mein musikalisches Gehör zu schulen? Hier einfach mal einige einfache Tips, die Dir dabei helfen sollen:

1. Singen
kein Witz! Leute singt! Singen hat so viele positive Facetten, die ich bestimmt mal in einem eigenen Beitrag erläutern werde, aber speziell um Töne zu finden, zu treffen, zu vergleichen und zu analysieren, ist singen bestimmt eine der besten Methoden. Durch das Singen können wir das gehörte direkt kontrollieren und wir erkennen relativ schnell ob das was hier klingt auch wirklich passt. Ganz nebenbei ersetzt Singen mit Sicherheit noch so manchen Psychiater. Denn: „Wer täglich singt das alles schallt, wird 99 Jahre alt“;-)

2. Ein Instrument spielen
Über ein Instrument kann man sehr vieles über die Welt der Klänge erfahren. Eine richtige Stimmung ist dabei äußerst wichtig, um kein falsches Gefühl für die Wirkung verschiedener Tonarten zu bekommen. Das Ohr gewöhnt sich schnell an falsche Töne und das Gehirn biegt sich leichte Disonanzen ziemlich schnell zurecht.

3. Intervalle üben (am besten singen;-) )
Als Intervall wird der Abstand zwischen zwei Tönen bezeichnet. Eine genauere Defintion findet Ihr im Internet zu Hauf. Hier nur soviel: Jedes Musikstück ist im Prinzip eine Aneinanderreihung von Intervallen. Intervalle zu hören bzw. diese zu bestimmen ist deshalb ziemlich wichtig um ein „Gehör“ für ein Musikstück zu entwickeln.

4. Software die das Üben begleitet bzw. erleichtert
so jetzt wird’s aber wirklich technisch;-) Es gibt im Netz einige gute Seiten, die sich mit Gehörbildung beschäftigen. Mein Favorit ist allerdings eine Software die sich „Ear Master“ nennt. Damit kann man wirklich von Grund sein Gehör in die richtige „Hörzone“ befördern.

5. Noten lesen
wieder so eine stupide Geschichte, aber durchaus sehr hilfreich im Erlernen von Intervallen. Durch das Notenlesen bekommt das Gehirn noch zusätzliche Unterstüzung durch einen visuellen Input. Wir können uns Dinge nachweislich besser merken wenn wir diese mit einem Bild in Verbindung bringen. Genau so ein Bild können Noten liefern. Glaubt mir, ich war schon so oft überrascht um wieviel genauer, ein Musikstück plötzlich wird wenn man davon Noten hat, gerade beim Gesang!

Hier noch ein Link den Ihr Euch zu diesem Thema unbedingt mal reinziehen solltet. Hier wird für mich so einiges auf den Punkt gebracht.

http://www.emotionaut.com/seiten.html

Soviel mal für den zweiten Teil. Das nächste mal dann mehr zum technischen Gehör. Für weitere Vorschläge und Ergänzungen bin ich Euch natürlich sehr dankbar.

Bis dann und allen meinen Lesern eine erfolgreiche Woche.

Hans

Published inGehör

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar