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Akustik im Tonstudio optimieren

auxmoney.com - Kredite von Privat an PrivatHeute gibt wieder mal einen Gastartikel zu lesen. Diesmal zum Thema Akustik im Tonstudio opimieren.

Viel Spaß beim lesen und viel Erfolg in Euren Studios!!

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Im Tonstudio sind die beiden Bereiche Innenraumakustik (Hörraum, Aufnahmeraum) oder aber auch die Schalldämmung mittels Schaumstoff nach außen besonders wichtig. Über beide Bereiche möchten wir einen kurzen Überblick geben – wichtig vorab: Beide Bereiche unterscheiden sich in Sachen benötigter Schaumstoffe ganz erheblich voneinander.

Akustik im Tonstudio optimieren

Um die Akustik IM Studio zu verbessern, benötigen Sie Akustikschaumstoffe. Üblicherweise befinden sich im Tonstudio schallharte Oberflächen aus Metall, Holz, Glas, Beton usw., die Schallwellen reflektieren und so dazu beitragen, dass erhöhter Nachhall und Lärm entstehen.

Sie benötigen hier Schallabsorber aus Schaumstoff, die auftreffende Schallwellen absorbieren. Je mehr Sie davon im Raum verteilen, umso mehr wird absorbiert und umso weniger Nachhall werden Sie im Raum haben.

Es gibt viele Wege, wie Sie ans Ziel kommen können. Je nach Anforderungen an Qualität des Schaumstoffs, Vorgaben zum Brandschutz, Ausführung der Materialien (einfacher Schaumstoff vs. veredelte Schaumstoffe wie Bilder oder Deckensegel) können Sie mehr oder weniger Budget einsetzen. Wir möchten kurz auf die wichtigsten Punkte eingehen.
Welche Schaumstoffstärke und Schaumstoffform ist geeignet?

Im Studio muss der Nachhall über den kompletten Frequenzgang optimal sein. Mit dünnen Schaumstoffen von 2 – 5cm absorbieren Sie im höheren und mittleren Frequenzbereich, mit dickeren von 5 -10cm eher im Bassbereich. Idealerweise kennen Sie die Frequenzen im Raum und können so sofort passgenaue Produkte verwenden.

Dabei bieten sich zum einen Noppenschaumstoffe ideal an, um Hall und Lärm im Raum im mittleren und hohen Bereich zu dämpfen. Die profilierte Oberfläche absorbiert auftreffende Schallwellen sehr gut und bietet aufgrund des günstigen Preises Vorteile gegenüber anderen Schaumstoffen.

Pyramidenschaumstoff findet man in Tonstudios ebenso häufig. Vorteil gegenüber den Noppen: Die Platten schließen bündig am Rand ab – das ist optisch etwas ansehnlicher als bei den Nopppen – dafür sind Pyramiden meist auch etwas teurer.

Pyramiden und Noppen dämpfen eher im höheren Frequenzbereich, während plane Platten breitbandiger absorbieren – in vergleichbarer Plattenstärke natürlich.

Plane Schaumstoffe haben keine Oberflächenprofilierung. Mit diesem Schaumstoff dämpfen Sie breitbandig über den kompletten Frequenzbereich hinweg – von tief bis hoch. Diese Absorber sollten daher sehr gezielt eingesetzt werden, da man damit auch zu viel dämpfen kann.

Sollten Sie also nur in einem bestimmten Frequenzbereich Schallspitzen bemerken, entscheiden Sie sich dementsprechend für eine Sorte dieser Schaumstoffarten und -stärken. Plane Platten kommen oft zum Einsatz, wenn der komplette Raum stark hallt. So können Sie zu Beginn schon einmal den Hall über das komplette Spektrum „herunterfahren“. Wenn Sie mit Höhen Probleme haben, dann greifen Sie zu profiliertem Schaumstoff, also Noppenschaum oder Pyramidenschaum.

Wichtig ist auch die Farbe. Akustikschaumstoffe gibt es meist in anthrazit, grau oder weiß. Bedenken Sie, dass dunkle Schaumstoffe das Raumlicht abdunkeln, während normale weiße PU Schaumstoffe schnell vergilben können (nicht vergilbend ist z.B. Schaumstoff aus Melamin, welcher aber auch teurer ist).

Neben den reinen Schaumstoffplatten gibt es natürlich auch edlere Lösungen wie Akustikbilder, Stellwände, Deckensegel usw., welche einen Schaumstoffkern haben und oftmals mit Stoffen bezogen sind. Diese sind optisch anspruchsvoller, aber auch entsprechend teuer.

Wieviel Fläche muss verkleidet werden?

Zumindest so viel, dass der Nachhall nicht mehr als etwa 0,6 Sekunden beträgt oder aber Sie den Hall als optimal für Ihre Zwecke ansehen. In manchen Fällen verkleiden Tonstudios Wände und Decken komplett, um den Raum schalltot zu bekommen, da man Effekte nach der Aufnahme dann noch addiert und künstlichen Hall usw. einarbeitet. Hier bedarf es aber sehr guter Software.

In den meisten Fällen werden die Decke sowie Teile der Seitenwände verkleidet. Sie können sich an Ihr persönliches Optimum herantasten oder Unternehmen mit Akustikmessungen beauftragen, die Ihnen nach Din Norm sagen können, welche Schaumstoffe Sie in welcher Stückzahl benötigen, um einen Nachhall x zu erreichen.

Ist Brandsicherheit für mich relevant?

Ja, ist er in jedem Fall. Wenn Sie das Tonstudio in einem öffentlichen Bereich führen, dürfen Sie nur schwer entflammbare Materialien verwenden (Schaumstoff aus Melamin). Normale PU Schaumstoffe dagegen sind i.d.R. maximal flammhemmend und dürfen so nur privat zu Hause verwendet werden. Doch selbst wenn Sie Schaumstoffe nur privat einsetzen – bedenken Sie, dass Sie viele technische Geräte haben und der Schaumstoff in unmittelbarer Nähe montiert ist – schon allein aus Sicherheitsgründen sollten Sie dem Thema Brandschutz genügend Beachtung schenken.

Wie dämmt man ein Tonstudio nach außen?

Eine ganz andere Baustelle ist die Schalldämmung nach außen oder aber nach innen (damit keine Geräusche von außen nach innen gelangen oder von innen nach außen).

Hier benötigt man schwere und dicke Schaumstoffe. Noppenschaum oder Pyramidenschaum wird in diesem Bereich nicht wirklich weiterhelfen. In solchen Fällen kommen Verbundschaumstoffe zum Einsatz – meist mit einem Raumgewicht von 120kg/m³ (Kubikmeter! Nicht Quadratmeter). Diese Schaumstoffe dämmen enorm gut und werden in Tonstudios meistens verbaut.

Verbundschaumstoff dämmt ganz hervorragend Lärm. Die Schaumstoffe sind meist bunt, da sie aus Schaumstoffresten zusammengepresst werden, um ein hohes Gewicht zu erzielen – nur so lässt sich Lärm auch wirklich dämmen.

Mittels Bitumenfolie kann man den Dämmeffekt noch deutlich verstärken. Die Platten sind nur wenige mm dünn, sehr schwer (ca. 2 – 5kg) und werden oft zusätzlich auf Verbundschaum verklebt.

Steigern lässt sich die Dämmung entweder über die Plattendicke – je dicker, umso besser die Dämmleistung – oder aber indem man auf den verlegten Verbundschaumstoff noch Bitumenpappe oder Bitumenfolie verklebt und darauf letztlich eine weitere Schicht Verbundschaumstoff anbringt. Auf diese Weise entsteht ein optimales Produkt zur Lärmdämmung in beide Richtungen.

Darüber hinaus gibt es komplette Wanddämmungssets mit Rigips und Schaumstoff, die man an die vorhandenen Wände schraubt und so voll funktionsfähige Wände erhält, an denen man noch etwas befestigen kann.

Zu beachten ist, dass Sie in diesem Bereich mit leichten Noppenschaumstoffen oder Pyramidenplatten kaum Erfolge in Sachen Dämmung haben werden. Dies wird oftmals falsch im Netz beschrieben und selbst von Händlern immer wieder falsch empfohlen. Mit Verbundschaumstoff machen Sie hier ab Stärken von 6c aufwärts jedoch nichts falsch.

Gastartikel von www.schaumstofflager.de

Published inAkustikGastartikel